Paketzustellung und niemand zu Hause - was tun? - parcelLab
Logistik & Versand

Paketzustellung und niemand zu Hause – was tun?

Oft erfolgt eine Paketzustellung, wenn der Kunde nicht zu Hause ist. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie das Paket trotzdem sicher beim Kunden ankommt.

Endlich soll das langersehnte Paket ankommen. Doch genau dann ist niemand zu Hause. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, wie eine Paketzustellung trotzdem auf sicherem Wege erfolgen kann.
Neben der Zustellung nach Hause bietet die Mehrheit der Lieferdienste auch alternative Methoden zur Paketzustellung an. Die parcelLab E-Commerce Versandstudie 2018 hat die Top-100-Onlinehändler in Deutschland untersucht. 15 von ihnen boten nur die Lieferung nach Hause an. Bei 41 Shops konnten die Kunden das Paket in eine Filiale des Shops liefern lassen. 96 Händler boten die Paketzustellung an eine Packstation an, während 32 die Pakete auf Wunsch auch in die nächstgelegene Postfiliale sandten.

Die meisten Shops bieten alternativ die Lieferung in eine Packstation an.

Möglichkeiten der Paketzustellung

Es gibt einige Möglichkeiten, die Kunden nutzen können, wenn sie bei der Paketzustellung nicht zu Hause sind:

Eigenen Paketkasten installieren

Kunden haben die Möglichkeit eigene Paketboxen oder Paketkästen vor ihrem Haus zu installieren. Diese können entweder freistehend vor dem Haus sein oder aber an die Haustüre angebracht werden. Der Paketzusteller kann anschließend mit Hilfe eines Schlüssel-Chips oder per Smartphone-App den Kasten öffnen und das Paket dort ablegen.
Der Bonus: Zu retournierende Pakete können vorfrankiert und in den Kasten gelegt werden. Öffnet der Paketbote diesen, kann er die Retoure mitnehmen und das neue Paket hineinlegen.

Nachbarnschaftszustellung nutzen

Eine andere Möglichkeit ist, dass die Paketboten das Päckchen beim Nachbarn abgeben. Bei DHL können sogar Wunschnachbarn hinterlegt werden, bei denen das Paket abgegeben werden kann. Viele Paketboten geben die Lieferung aber oft ohnehin beim Nachbarn ab, wenn sie die Zielperson nicht antreffen. Sie hinterlassen anschließend eine Nachricht mit dem Ablageort des Pakets im Briefkasten. Nachteil bei dieser Paketzustellung ist, dass der Nachbar oft nicht zeitnah anzutreffen ist und der Kunde auf seine Bestellung warten muss.

Abstellgenehmigung erteilen

Kunden können auch Abstellgenehmigungen vereinbaren. Dabei legen sie fest, wo der Paketbote das Paket ohne Unterschrift ablegen darf. So kann als Ablageort beispielsweise die Garage dienen. Wird das Paket am ausgewählten Ort allerdings geklaut oder beschädigt, haftet der Kunde selbst.

Packstation festlegen

DHL bietet die Möglichkeit, die Pakete an sogenannten Packstationen liefern zu lassen. Dieser Service ist jederzeit möglich und zusätzlich kostenlos. Kunden müssen sich allerdings für diese Lieferoption zuerst registrieren und die gewünschte Packstation auswählen. Sobald der Paketbote das Päckchen in der Packstation abgelegt hat, wird der Kunde benachrichtigt.

Postfiliale und Paketshop nutzen

Wer während der Paketzustellung nicht zu Hause ist, kann sich sein Päckchen auch zu einer Postfiliale oder einem Paketshop liefern lassen. Hier gilt es allerdings die Öffnungszeiten zu beachten und den siebentägigen Abholzeitraum einzuhalten. Bei Abholung muss ein Ausweisdokument vorgezeigt werden. Sollte ein Kunde selbst keine Zeit haben das Paket innerhalb der sieben Tage abzuholen, kann er eine Paket-Vollmacht erstellen und somit eine andere Person berechtigen das Paket in Empfang zu nehmen.

Kofferraumzustellung testen

DHL und VW haben zusammen die Kofferraumzustellung entwickelt. Auch die Autohersteller Audi und Skoda bieten den Service an. Hier kann der Paketbote die Päckchen im Kofferraum des Autos ablegen. Kunden müssen sich zunächst beim Autohersteller und dem Lieferdienst anmelden und die dazugehörige App auf ihr Smartphone laden. Anschließend können Kunden genaue Details zur Ablage im Kofferraum angeben. Dieser Dienst wird bisher allerdings noch sehr selten angeboten und genutzt. In Deutschland hegen Verbraucher bislang noch Skepsis gegenüber der Paketzustellung über den Kofferraum. Laut DPD lassen sich nur 2 Prozent der Befragten ihre Päckchen in den Kofferraum liefern. Das ergab eine Studie aus dem Jahr 2018. Die Lieferung nach Hause ist dabei die beliebteste Variante.

Nur zwei Prozent der Befragten haben an die Kofferraumlieferung zu nutzen. (Quelle: Statista/DPD)

Paketkasten für Familienhäuser nutzen

Der Paketkasten für Familienhäuser funktioniert ähnlich wie der eigene Paketkasten. Hier wird der Kasten lediglich von mehreren Personen genutzt. Vor Mehrfamilienhäusern wird ein großer Paketkasten mit mehreren Fächern angebracht. Dort kann der Paketbote Päckchen ablegen und Retouren wieder mitnehmen.

DHL bietet die Möglichkeit von Paketkästen für Mehrfamilienhäuser an. (Quelle: DHL)

Wichtig: Kunden informieren!

Bei allen Varianten ist eines besonders wichtig: die Versandkommunikation. Denn nicht nur der Bestellprozess ist für den Kunden ein emotionales Erlebnis, auch der Versandprozess ist von Bedeutung. Denn der Versand ist der Schlüssel zur Kundenbindung. Kunden möchten wissen wo ihr Paket sich befindet und wann es voraussichtlich ankommt. Besonders wenn das Paket an einem anderen Ort abgegeben wird, ist es wichtig, dass Händler ihre Kunden proaktiv benachrichtigen. Die Versandkommunikation sollten Händler daher nicht dem Lieferdienst überlassen, sondern diese selbst in die Hand nehmen. Sie können Track & Trace Seiten direkt im Shop integrieren und Kunden mit personalisierten Nachrichten über den Stand ihrer Bestellung informieren. Eine gute Post-Purchase-Experience ist von besonderer Bedeutung.

Beispiel Versandnachrichten

Versandnachrichten in Aktion erleben!

Beispiele ansehen

Dieser Service ist bei den deutschen Versandhändlern bisher noch nicht Gang und Gäbe. Von 100 beobachteten Händlern kommunizieren 53 während des Versands gar nicht mit ihren Kunden. Bei 32 Shops erfolgte die Versandkommunikation durch den Logistiker und nur 15 Händler nehmen die Kommunikation mit den Kunden selbst in die Hand.
Die Mehrheit der Händler kommunizieren während des Versands nicht.

Fazit

Verbraucher müssen sich keine Sorgen machen, wenn sie bei der Paketankunft nicht zu Hause sind. Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten, mit denen der Paketbote das Päckchen trotzdem sicher zustellen kann. Ob Packstation, Kofferraum, Paketkasten, Nachbarschaftszustellung oder ein anderer Ablageort, Kunden können die Lieferoption meist frei wählen. Für Händler ist es in diesen Situationen besonders wichtig ihre Kunden mit Hilfe von Versandnachrichten und Track & Trace Seiten regelmäßig über den Stand der Bestellung zu informieren.
 

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Corinna

Ich bin Online Marketing Manager bei parcelLab und ständig auf der Suche nach interessanten Trends und Themen für unseren Blog sowie Social Media. Mein Content soll Abwechslung bringen und das gewisse Etwas darf dabei natürlich auch nicht fehlen. Beim Essen schlägt mein Herz für Kichererbsen - davon kann ich nie genug bekommen.

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