E-Commerce

Aufgepasst: Diese rechtlichen Änderungen ergeben sich 2020 für Onlinehändler

Neues Jahr, neues Glück: Diese rechtlichen Änderungen bringt 2020 für den E-Commerce - und das sollten Onlinehändler wissen.

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen und schon müssen sich Händler auf rechtliche Neuerungen im E-Commerce einstellen. Worauf müssen sie sich 2020 gefasst machen? Wir kennen die Antwort!

Rechtliche Anforderungen an Onlinehändler

Alle sprechen von Personalisierung und der Unerlässlichkeit jeden Kunden bedürfnisgerecht und kanalübergreifend anzusprechen. Die Anforderungen für Onlinehändler werden im Zuge der rasanten Entwicklung des Onlinemarktes immer höher. Aufgrund sämtlicher Datenmissbrauchsfälle sollen neben der DSGVO ab 2020 weitere restriktive Gesetze in der EU für Transparenz zwischen Onlinehändlern und ihren Kunden sorgen.

Eine Umfrage von Bitkom hat herausgefunden, dass neun Prozent der Internetnutzer aus Sicherheitsgründen auf Online-Banking verzichten. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, dass die Sicherheit für Onlineshopper noch weiter im Vordergrund steht.

Neun Prozent der Internetnutzer verzichten aus Sicherheitsgründen auf Online-Banking. (Quelle: Bitkom/Statista)

Generierung von Daten im Onlinehandel

Die DSGVO trat 2018 in Kraft – lange nachdem der Onlinehandel seine Wachstumsphase erreicht hatte. Seit 1999 wächst der Onlinehandel in fast jedem Jahr zweistellig – eine Entwicklung, die sich sehen lassen kann! Nicht nur profitieren namenhafte und bekannte (Online-)Händler vom digitalen Wachstum, auch mittelständische und kleine Unternehmen verzeichnen solide Umsatz- und Bekanntheitssteigerungen.

In der Unergründbarkeit des Onlinehandels hinterlässt ein jeder jedoch unbewusst eine Vielzahl an Datensätzen. Der sogenannte digitale Fußabdruck wird nicht nur durch Onlinekäufe generiert. Auch das bloße „Surfen“ im Internet hinterlässt jede Menge Daten, die aus unserem Nutzungsverhalten gewonnen werden. Dabei wird unser mobiles Endgerät stets geortet, der Content, den wir sehen oder hören vermerkt sowie die Tages- und Nutzungszeit unserer Online-Aktivitäten analysiert.

Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass unsere digitalen Daten für viele Unternehmen von hohem Wert und Interesse sind und dementsprechend (noch) nahezu problemlos an Dritte verkauft werden.

Wieso das Generieren von Nutzerdaten so wichtig ist

Wir sind nun mal keine rational gesteuerten homo economicus, die stets vernünftig abgewogene Entscheidungen treffen. Vielmehr sind wir von Werbung beeinflussbar und Meister der kognitiven Verzerrung. Daher sind unsere mobilen Daten, unser digitaler Fußabdruck, für viele Unternehmen von hohem Wert: Nur mithilfe unserer intimsten Daten, wie z.B. wann wir wo welchen Content aufrufen, können Unternehmen gezielt Werbung aussteuern. Jeder hat sich sicher einmal gefragt, wieso nach einem Onlinekauf eines Koch-Sets auf einmal Werbung für ähnliche Produkte erscheint. Das ist erst der Anfang! Um dem jedoch entgegenzuwirken, das Verwerten und Verkaufen der Userdaten zu reglementieren und für mehr Transparenz zu sorgen, soll die ePVO dieses Jahr in Kraft treten.

Das kommt 2020 auf Onlinehändler zu

Mit dem neuen Verpackungsgesetz, der Geoblocking-Verordnung sowie der DSGVO hat der Onlinehandel in den letzten Jahren bereits einige Hürden meistern müssen. Doch auch 2020 kommt so einiges auf Händler zu.

ePrivacy-Verordnung

Die ePVO (ePrivacy-Verordnung) ist bereits seit Einführung der DSGVO im Gespräch und soll dieses Jahr noch verabschiedet werden. Dabei soll die ePVO das TMG (Telemediengesetz) und das TKG (Telekommunikationsgesetz) ausbauen und die DSGVO erweitern. Hierbei soll vor allem auf den Datenschutz in der Privatsphäre und in der elektronischen Kommunikation eingegangen werden. Dies hat zur Folge, dass das Sammeln von Daten für Unternehmen künftig schwieriger sein wird. Nur mit transparent kommunizierten Cookies und mit einer ausdrücklichen Erlaubnis des Nutzers dürfen dessen Daten verzeichnet und verwendet werden.

PDS2-Verfahren

Auch die Kundenauthentifizierung wird künftig strenger unter die Lupe genommen. Wer bis zum Ende des Jahres die Bezahlvorgänge im Onlineshop nicht an das PDS2-Verfahren (Payment Services Directive 2) angepasst hat, dem droht nun Ärger. Was bedeutet das genau? Die PSD2 verlangt seit dem 14. September 2019 eine starke Kundenauthentifizierung (SCA). Die Authentifizierung des Kunden muss über zwei unterschiedliche Faktoren (Zwei-Faktor-Authentifizierung: Wissen, Besitz oder Inhärenz) erfolgen. Ziel der PSD2 ist es, Verbrauchern und Kunden die Sicherheit beim Bezahlen zu erhöhen sowie die Zusammenarbeit von Banken und Zahlungsdienstleistern zu verbessern.

P2B-Verordnung

Auch eine neue Plattform-to-Business-Verordnung (P2B-Verordnung) soll ab dem 12.Juli 2020 für mehr Transparenz und Fairness auf Onlineplattformen sorgen und dabei die Rechte von Unternehmen gegenüber Plattformbetreibern in allen EU und EWR Staaten stärken. Es werden nicht nur bekannte Onlineplattformen betroffen sein, die Produkte verkaufen, sondern alle onlinebasierten Marktplätze, App-Stores, sozialen Netzwerke sowie Preisvergleichsportale.

Zunächst sind Betreiber verpflichtet ihre AGB verständlich zu gestalten und transparent zu kommunizieren, sodass Nutzer diese zu jeder Zeit einsehen können. Hierbei muss der Betreiber die Nutzer stets über geplante Änderungen informieren, sodass diese die Möglichkeit haben darauf zu reagieren. Zudem müssen Ranking-Parameter offengelegt werden. Das bedeutet, dass in den AGB beschrieben werden muss, nach welchen Kriterien Produkte gelistet sind und wie diese gewichtet werden. Algorithmen müssen nicht offenkundig preisgegeben werden, jedoch eine detaillierte Funktionsweise der Ranking-Methoden. Den Nutzern zu Gunsten sind Plattformbetreiber zudem verpflichtet ein internes Beschwerdemanagement einzurichten, damit sich die Kunden jederzeit an sie wenden können.

Fazit

Was aber bringen die neuen Gesetze den Nutzern und welche Schwierigkeiten resultieren daraus für Händler? Durch die Verabschiedung der Gesetze wird vor allem für mehr Transparenz zwischen Onlinehändlern und Kunden gesorgt: Undurchsichtige Rankings und versteckte Klauseln werden eingedämmt, ungeachtet dessen, dass unfaire Praktiken nicht gänzlich untersagt werden. Fakt ist: Händler sind gezwungen sich mit ihren AGB auseinanderzusetzen und die Spielregeln zu befolgen. Denn: Verbraucherschutzbehörden sind bei Missachtung der neuen Gesetze befugt Onlineshops zu sperren. Auf jeden Fall wird die Spielwiese des Onlinehandels ab 2020 zu einer überwachten Einrichtung, die bei Regelmissachtung durchgreifend sanktioniert.

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Felipa Über den Autor

Felipa

Ich bin Marketing Assistant bei parcelLab. Als Werkstudentin unterstütze ich das Team bei allen anfallenden Aufgaben, wie der Recherche verschiedener Themen über die Ausarbeitung unserer Versandstudien bis zur Contenterstellung. Ich bin ein echter Frühaufsteher und genieße gerne die frische Landluft (ich wohne nämlich im Allgäu).

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