E-Commerce

Netzsicherheit: So gewinnen Onlinehändler das Vertrauen ihrer Kunden

E-Commerce-Unternehmen sprießen nur so aus dem Boden. Viele haben dabei nur sehr geringe Kenntnisse über die nötigen Sicherheitsbestimmungen für ihren Onlineshop. Bei der Netzsicherheit gilt es jedoch eine ganze Menge zu beachten.

Im Jahr 2015 gelang es Hackern über 37 Millionen Datensätze der Seitensprung-Plattform Ashley Madison zu erbeuten. Das Unternehmen verzeichnete dadurch hohe finanzielle Verluste und die Kunden bangten verständlicherweise um ihre Anonymität im Netz sowie dem damit verbunden Ärger, der sie zu Hause erwarten würde. So passiert es nicht selten, dass sich Diebe und Hacker in die Datenbänken namhafter Unternehmen einschleichen und wichtige, personenbezogene Daten stehlen.

Aus diesem Grund ist das Thema Netzsicherheit bei vielen Kunden ein sehr brisantes und heikles Thema. Es stellt Onlinehändler zunehmend vor die Herausforderung, ihren Kunden einen sicheren Einkauf zu gewährleisten. Viele Menschen bestellen aus Angst vor Datendiebstahl nicht mehr online oder sind zunehmend skeptisch. Laut der Studie „Einkaufswelten 2017“ bangen 84 Prozent der Kunden um ihre Sicherheit im Netz.

Viele Nutzer haben zunehmend Angst vor Datendiebstahl im Netz

Doch keine Panik! Die Frage nach der Sicherheit ist mit ein paar Tipps und Tricks im Handumdrehen geklärt und das Vertrauen der Kunden wiederhergestellt. Wer gegenüber den Kunden authentisch auftreten möchte, sollte diese 4 Sicherheitstipps auf alle Fälle beachten. Weitere Features, wie Bewertungsmöglichkeiten, eine informative FAQ-Seite oder deutliche Kontaktinformationen können das Vertrauen der Kunden zusätzlich stärken.

1. SSL-Verschlüsselung ist ein absolutes Muss

Onlineshops, die nicht auf SSL-Verschlüsselung setzen, machen einen fatalen Fehler. Viele Kunden achten mittlerweile penibel darauf, dass eine SSL-Verschlüsselung gegeben ist.

Die Abkürzung SSL steht für „Secure Sockets Layer“ und bezeichnet ein Netzwerkprotokoll für eine sichere Datenübertragung.

Auch für Unternehmen, die von Google bestmöglich gerankt werden möchten, ist die Nutzung einer SSL-Verschlüsselung ein absolutes Must-have. Somit werden alle Webseiten, die keine SSL-Verschlüsselung aufweisen können, von Google als unsicher eingestuft. Der Webbrowser Google Chrome weist Webseiten ohne SSL-Verschlüsselung sogar explizit als unsicher aus.

Google Chrome zeigt Webseiten ohne SSL-Verschlüsselung als unsicher an

Google Chrome zeigt Webseiten ohne SSL-Verschlüsselung als unsicher an

Woran erkennt man, ob die Webseite durch eine SSL-Verschlüsselung gesichert ist? Es ist ganz einfach: Links neben der Adresszeile befindet sich ein Schloss. Ist dieses geschlossen, so nutzt die Webseite eine SSL-Verschlüsselung. Ist das Schloss jedoch geöffnet, kann die Sicherheit nicht gewährleistet werden. Die Einrichtung einer SSL-Verschlüsselung ist wahrlich nicht sehr schwer. Vom CA Securtity Council wird ein autorisiertes Zertifikat ausgewählt und eingerichtet – fertig! Onlineshops ohne SSL-Verschlüsselung sollten keine Zeit verlieren und sie sich schleunigst besorgen.

Kann nämlich keine sichere Datenübertragung gewährleistet werden und Kundendaten gehen verloren, muss das Unternehmen unter Umständen mit hohen Bußgeldern rechnen. So ist es auch in der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) festgelegt, die am 25. Mai in Kraft getreten ist.

Der neue DSK-Beschluss, der am 23. März von den unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder beschlossen wurde, besagt zusätzlich, dass Onlinehändler die E-Mail Adressen ihrer Kunden nicht ohne Erlaubnis weitergeben dürfen. Der DSK-Beschluss ist im Gegensatz zur neuen DSGVO jedoch nur eine rechtlich nicht bindende Weisung. Jedoch ist auch hier trotzdem Vorsicht geboten. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, übernimmt die Kommunikation mit dem Kunden am besten selbst.

2. VPN für sichere Datenübertragung nutzen

Ein virtuelles privates Netzwerk“ (VPN) bietet die Möglichkeit, Daten sicher über das Internet zu versenden. Die Datenübermittlung erfolgt dabei jedoch nicht wie bei der SSL-Verschlüsselung an den Kunden, sondern unternehmensintern. Möchte der Onlinehändler auf Nummer sicher gehen, sollte er auf alle Fälle VPN zu seinen zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen hinzufügen. Grund dafür ist, dass die Daten des Onlineshops zusätzlich an andere interne Stellen, wie z.B. die Warenwirtschaft oder Buchhaltung übertragen werden müssen. Dafür ist eine VPN-Verbindung unverzichtbar. Sie muss jedoch unter allen Umständen Authentizität, Vertraulichkeit und Integrität sicherstellen können.

3. Auf Zertifikate und Gütesiegel setzen

Zertifikate und Gütesiegel stehen für sicheres Shoppen im Netz. Onlinehändler sollten darauf achten, dass sie dem Kunden dies auch bieten können. Viele potenzielle Kunden achten darauf, dass der Onlineshop Referenzen aufweisen kann, bevor sie dort bestellen. Ein Beispiel hierfür ist das Trusted Shops Gütesiegel. Es gibt dem Kunden eine Orientierung und zeigt ihm, bei welchen Shops er problemlos einkaufen kann und wo seine Daten sicher aufgehoben sind. Somit ist die Netzsicherheit auf jeden Fall ein Stück weit gegeben. Zusätzlich dazu können Trusted Shops Bewertungen das Vertrauen der Kunden stärken und ihre Kaufentscheidung positiv beeinflussen.

Smartphone mit Website von Trusted Shops

Onlinehändler sollten auf das Trusted Shops Gütesiegel setzen.

4. Vertrauen durch Transparenz schaffen

Dieser Punkt darf auf keinen Fall fehlen, wenn es um das Thema Netzsicherheit geht. Kunden wollen zunehmend Transparenz und vor allem möchten sie wissen, was mit ihren Daten geschieht und wofür das Unternehmen diese benötigt. Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) unterstützt diese Transparenz für den Kunden zusätzlich und gibt ihm die Möglichkeit zu erfahren, wofür seine Daten genau verwendet werden. Transparenz ist vor allem im Onlinehandel notwendig, denn der Kunde möchte am liebsten über jeden Schritt seiner Bestellung informiert werden.

So können Onlinehändler die benötigte Transparenz für ihre Kunden schaffen:

  • Gewährleistung einer transparenten Versandkommunikation, denn der Kunde möchte gerne wissen, woher sein Paket kommt, wo sein Paket ist und wann es ankommt
  • Proaktives Informieren des Kunden bei Lieferproblemen
  • Zusammenarbeit mit mehreren Versanddienstleistern und Offenlegung des jeweiligen, für das Produkt passenden Dienstleisters
  • Monitoring des Versandweges durch Track & Trace Seiten
  • Änderung des Lieferdatums, Lieferorts (Nachbarschaftslieferung, Lieferung an Paketshop etc.) durch den Kunden ermöglichen
  • Hohe Erreichbarkeit des Kundenservices sowie qualifizierte Beratung und Hilfe bei Problemen

Durch eine erhöhte Transparenz kann der Onlinehändler meist viele Vorteile verzeichnen. Hohe Rücksendequoten können gesenkt werden und die Kundenzufriedenheit sowie -bindung steigt automatisch. Deshalb sollte die Kundenkommunikation auch keinem Dritten überlassen, sondern vom Unternehmen selbst in die Hand genommen werden.

Alles Wichtige zur DSGVO im Zusammenhang mit transaktionsbasierter Kundenkommunikation kann auch im kostenlosen Whitepaper zum aktuellen und brandheißen Thema nachgelesen werden.

Durch die Einhaltung dieser 4 Sicherheitstipps kann beim Onlineshopping nichts mehr schiefgehen und das Vertrauen der Kunden ist dem Onlinehändler sicher. Somit steigt natürlich auch automatisch die Kundenbindung und -zufriedenheit.

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Über den Autor

Corinna

Ich bin Content & Social Media Managerin bei parcelLab und ständig auf der Suche nach interessanten Trends und Themen für unseren Blog sowie Social Media. Mein Content soll Abwechslung bringen und das gewisse Etwas darf dabei natürlich auch nicht fehlen. Beim Essen schlägt mein Herz für Kichererbsen - davon kann ich nie genug bekommen.

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