E-Commerce

Nachhaltigkeit im Onlinehandel – wie Onlinehändler ihr Geschäft grüner machen können

Durch Onlinebestellungen entsteht viel Müll und CO2. Deshalb ist Nachhaltigkeit im Onlinehandel besonders wichtig. Dafür gilt es ein paar Dinge zu beachten.

Online einkaufen ist schnell, gemütlich und unkompliziert. Doch meist geht dieser Luxus auf Kosten der Umwelt. Die vielen Bestellungen, die Deutsche täglich aufgeben, hinterlassen einen großen ökologischen Fußabdruck. Vor allem der Versand, die Retouren und die Verpackung der Ware tragen dazu bei, dass der Umwelt geschadet wird. Daher ist Nachhaltigkeit im Onlinehandel besonders wichtig.

Oft werden Kleidungsstücke einzeln in kleine Plastiktüten verpackt, kleine Produkte in riesigen Paketen ausgeliefert oder derselbe Artikel in vielfacher Ausführung bestellt. Tausende Lieferwagen fahren täglich durch Deutschland, um Pakete auszuliefern und Retouren wieder zurück zum Händler zu bringen. Das verursacht Tonnen von CO2. Aus diesem Grund muss im Onlinehandel umgedacht werden.

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Interesse an nachhaltigen Produkten

Es entsteht der Eindruck, dass Deutschland zunehmend ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass wir uns mehr für unsere Umwelt einsetzen müssen, anstatt sie weiter zu verschmutzen. Es gibt bereits zahlreiche sustainable Brands, die faire Ware produzieren und gleichzeitig umweltfreundliche Materialien und Versand anbieten. Nachteil hier ist jedoch, dass diese Produkte oft teurer sind, als die der Modeketten. Das kommt daher, dass diese Marken auf faire Bezahlung der Mitarbeiter setzen und qualitativ hochwertigere Materialien verwenden. Für einige Kunden sind die Preise allerdings meist zu hoch.

In einer Studie von VuMa wurde die deutsche Bevölkerung gefragt, wie sehr sie folgender Aussage zustimmen: „Beim Kauf von Produkten ist es mir wichtig, dass das jeweilige Unternehmen sozial und ökologisch verantwortlich handelt“. Auf immerhin 26 Prozent traf diese Aussage zu beziehungsweise meist zu. Etwa 11 Prozent gaben an, dass sie dieser Aussage überhaupt nicht zustimmen.

Dass das Onlineunternehmen sozial und ökologisch handelt, ist für die Mehrheit der Befragten von Bedeutung. (Quelle: VuMa/ Statista)

Lösungen für Nachhaltigkeit im Onlinehandel

Doch wie kann Nachhaltigkeit im Onlinehandel umgesetzt werden und gleichzeitig für Händler, Kunden und Umwelt rentabel sein?

Wichtig ist, dass Händler kein Greenwashing betreiben. Sie müssen viel eher Prozessabläufe offenlegen und transparent kommunizieren. Falsche Versprechen und irreführende Werbung löst bei den Konsumenten viel eher Misstrauen aus, als ein positives Bild.

Greenwashing

Dieser Begriff bezeichnet den Versuch von Unternehmen durch Marketing- und PR-Maßnahmen ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image zu erlangen. Maßnahmen für ein umweltbewussteres Handeln werden allerdings nicht umgesetzt. Kunde sollten lediglich den Eindruck bekommen.

Lösungsvorschläge für Nachhaltigkeit im Onlinehandel gibt es viele, doch nicht alle sind für Händler auch umsetzbar. Auch wenn viele von ihnen nicht ihr ganzes Geschäftsmodell auf den Kopf stellen können, gibt es Möglichkeiten den Versandhandel etwas grüner zu machen.

Tipps für Händler

Es gibt ein paar Dinge die Händler beachten können, um den Versandhandel umweltfreundlicher zu gestalten.

Umweltbewussterer Versand als Wahlmöglichkeit bieten

Mittlerweile bieten einige Lieferdienste umweltfreundlichere Versandmöglichkeiten an. DHL verspricht mit seinem Programm GoGreen einen klimaneutralen Versand. Hier werden durch den Transport entstehende Teibhausgase durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen.

Keine Plastikverpackungen nutzen

Häufig ist die gelieferte Ware zusätzlich in Plastik verpackt. Für weniger Müll können Händler hier auf nachhaltige Verpackungsmaterialien setzen. Recyceltes Füllmaterialien und Produkte aus schnell nachwachsenden Rohstoffen bieten sich hier an. Die Marke Armedangels setzt beispielsweise auf Grasverpackung statt Holz.

Armedangels zeigt seinen Kunden den Mehrwert von Grasverpackungen gegenüber anderen Verpackungsmaterialien. (Quelle: Armedangels)

Wiederverwendbare Verpackungen verwenden

Eine andere Möglichkeit besteht darin, Verpackungsmaterial wieder zu verwenden. So könnten Kunden beispielsweise bei der Bestellung angeben, ob sie ihr Produkt in einer neuen Verpackung erhalten wollen oder sich auch mit einer bereits genutzten zufriedengeben.

Keine Vernichtung zurückgeschickter Ware zulassen

Letztes Jahr tauchte der Internetriese Amazon in einigen Schlagzeilen auf. Es wurde bekannt, dass der Marktplatz Retouren vernichtet, anstatt sie zu prüfen, neu zu verpacken und wieder zu verschicken. Damit ist der Onlinehändler aber nicht alleine. Dass diese Vernichtungen eine extrem negative Auswirkung auf die Umweltbilanz haben, ist klar. Unternehmen sollten deshalb von diesen Dingen absehen, nicht nur weil einwandfreie Ware einfach weggeschmissen wird, auch weil es zulasten der Umwelt geschieht.

Keine kostenlosen Retouren anbieten

Laut des Wirtschaftsmagazin Plusminus gehen täglich 800.000 Pakete zurück. Das soll 400 Tonnen CO2 ausmachen. Zu vergleichen ist das mit 255 Autofahrten von Frankfurt nach Peking.

Viele Onlinehändler bieten kostenlose Retouren an. Das führt dazu, dass Kunden Artikel in vielfacher Ausführung bestellen. Was nicht gefällt oder passt, schicken sie anschließend wieder zurück. Besonders im Modebereich sind die Retouren hoch. Bei einem Viertel geht jede zweite Bestellung wieder zurück an den Händler. Erheben diese Retourkosten, würden Kunden womöglich zwei Mal nachdenken, bevor sie zusätzliche Produkte bestellen.

Die jährliche Anzahl an Retouren könnte die Erde fast drei Mal umrunden.

Keine großen Pakete für kleine Ware nutzen

Trotz sehr kleiner Waren, verwenden viele Onlinehändler die Standardgrößen zum Versand ihrer Produkte. Den freien Platz im Paket legen sie dann mit Füllmaterial aus. Das verursacht nicht nur unnötigen und zusätzlichen Müll, sondern nimmt auch mehr Platz im Lieferauto ein als nötig. Dieser könnte stattdessen für andere Pakete verwendet werden. Händler sollten daher darauf achten, die Verpackung auch der Größe des Produkts anzupassen. Amazon will seine Hersteller jetzt dazu bringen kleineren Verpackungen zu verwenden.

Detaillierte Artikelbeschreibungen erstellen

Mit Hilfe von detaillierteren Artikelbeschreibungen und Bildern können Onlinehändler hohe Retouren minimieren. Je genauer das Produkt beschrieben ist, desto besser können die Kunden abschätzen, ob es ihrem Geschmack entspricht. Um Retouren zu vermeiden, gibt die fairtrade Marke erlich textil genaue Tipps, um direkt die richtige Größe zu finden. Außerdem beschreibt sie Material und Passform der Wäsche genau.

 

erlich textil beschreibt seine Artikel genau, um Retouren zu vermeiden und so der Umwelt etwas Gutes zu tun. (Quelle: erlichtextil)

Keine einzelnen Pakete verschicken

Oft wird eine Bestellung in mehrere Teilsendungen aufgeteilt. Grund dafür kann beispielsweise sein, dass ein Produkt bereits lieferbar ist, während der Kunde auf das andere noch etwas warten müsste. Bei kleinen Lieferzeitunterschieden sollten Händler allerdings auf mehrere Pakete verzichten, denn oft machen kleine Zeitspannen für den Kunden keinen großen Unterschied.

Tipps für Kunden

Nicht nur Händler liegen in der Verantwortung den Onlinehandel nachhaltiger zu machen, auch Kunden können einige Verbesserungen vornehmen.

Keine Expresslieferung

Bei Expresslieferungen muss die Ware so schnell wie möglich beim Kunden sein. Das hat zur Folge, dass Lieferwagen nicht voll beladen werden. Eilt die Zustellung nicht, sollten Konsumenten lieber den Standardversand wählen, denn hier laden die Lieferdienste die Fahrzeuge voll und können so mehr Pakete mit einer Fahrt ausliefern. 

Keine zweiten Zustellversuche

Viele Lieferdienste tätigen einen zweiten Zustellungsversuch, sollten sie den Kunden beim ersten Mal nicht angetroffen haben. Das sind zusätzliche Wege, die eigentlich nicht nötig sind. Ist der Kunde bei der Lieferung nicht zu Hause, kann er beispielsweise einen Ablageort in der Nähe des Hauses beziehungsweise der Wohnung festlegen oder aber einen Wunschnachbarn angeben, bei dem das Paket abgegeben werden kann.

Keine Voranprobe im Laden

Teilweise kommt es vor, dass Kunden sich die Ware vorab im Geschäft ansehen oder probieren und sie anschließend doch online bestellen. Anstatt eine Onlinebestellung aufzugeben, könnten die Kunden die Produkte gleich vor Ort im Laden kaufen. Denn die Lieferung verursacht zusätzlich CO2, was eigentlich nicht nötig wäre. Auch wenn der Artikel online um ein paar Euro günstiger ist, muss die Umwelt dafür zahlen.

Fazit

Eines steht fest: Um der Umwelt nicht langfristig zu schaden, ist Nachhaltigkeit im Onlinehandel wichtig. Dass nicht jeder Onlinehändler sein Geschäftsmodell von heute auf morgen um 180 Grad drehen kann, ist klar. Kleine Schritte in die richtige Richtung sind aber immerhin ein Anfang. Ob der Umstieg auf umweltfreundlichere Versandmethoden, die Vermeidung von Plastikverpackungen oder der Umstieg auf Hybrid- oder Elektromobilität. All diese Dinge sind bereits eine Verbesserung und ein Anfang, um Nachhaltigkeit auch im Onlinehandel durchzusetzen.

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Selina

Ich bin Marketing & Content Assistant bei parcelLab und unterstütze das Marketing Team dabei, Kunden von uns zu begeistern. Ich schreibe regelmäßig Artikel für unseren Blog und fülle auch ab und an unsere Social Media Kanäle mit Content. Meinen Tag starte ich am liebsten mit einer Tasse Kaffee - aber bitte mit Hafermilch.

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