E-Commerce

Mobile Commerce: Die Zukunft des E-Commerce

Der mobile Anteil an Online-Umsätzen steigt: Eine immer größere Anzahl an Onlineeinkäufen wird per Smartphone oder Tablet getätigt – der M-Commerce boomt.

M-Commerce in Deutschland

Auch wenn der deutsche Markt im internationalen Vergleich noch deutlich hinterherhinkt, erledigen auch hierzulande immer mehr Kunden ihre Onlineeinkäufe auf mobilen Endgeräten. Nachdem der Mobile Commerce in Deutschland 2015 noch nur rund 12,85 Milliarden Euro Umsatz verzeichnen konnte, soll der Markt laut einer Studie von Emarketer bis 2020 auf über 30 Milliarden ansteigen – damit wäre er der am stärksten wachsende Bereich im Einzelhandel. Aktuelle Zahlen zeigen, dass bereits 39% der Deutschen mit dem Mobiltelefon auf Shopseiten gelangen, 26% kaufen per Smartphone ein. Im zweiten Quartal 2016 wurden sogar erstmals mehr Transaktionen mit dem Smartphone als dem Tablet getätigt. Händler sollten sich also – sofern noch nicht geschehen – dementsprechend anpassen und ihre Websites auch für die mobile Nutzung optimieren.

Wenn mobil, dann richtig

Besucht der Kunde den Shop über ein mobiles Endgerät, erwartet er ein mindestens gleichwertiges Einkaufserlebnis zur Desktop-Variante. Ist das Design nicht ansprechend, die Ansicht unstrukturiert oder die Handhabung kompliziert, ist er schnell frustriert und bricht den Einkauf ab. Außerdem schneiden Seiten im Suchmaschinenranking schlechter ab, wenn sie nicht für mobile Endgeräte optimiert sind. Mobile sollte also niemals die ‚Light-Version’ des vorhandenen Online-Angebots sein, sondern eine echte Alternative bieten.

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Webby Award-Gewinner UBS mit ihren Mobile Web Versionen des Projekts ‚Planet Art‘

Mobile Commerce heißt vor allem Simplizität

Mobil bedeutet auch, dass – theoretisch – alles kleiner und weniger erreichbar ist. Dem muss entgegengewirkt werden. Der kleinere Screen und größere Umstand bei der Dateneingabe müssen wettgemacht werden. Folgende Bereiche sind daher höchst relevant und können über Erfolg oder Scheitern einer mobilen Seite entscheiden:

Einfache Navigation & Bedienung

Generell gilt: Einfachheit gewinnt. Texte sollten insbesondere in der mobilen Version kurz und verständlich sein, übermäßiges Scrollen vermieden werden. Es ist außerdem ratsam die Shop-Seite immer Touch-tauglich zu gestalten. Auf dem Tablet wird – aufgrund des großen Displays – oft die Desktop-Version angezeigt, da ist die Unfähigkeit alle Felder auch per Berührung zu bedienen ein großes No-Go.

Komplexität reduzieren

Um keine reine ‚Light-Version’ der Website zu erstellen sollten Ebenen nicht unbedingt entfernt werden, allerdings können weniger wichtige Elemente mobil auf Subebenen verschoben werden. Kurze Klickstrecken sind ebenso relevant: Je schneller der Kunde zum Ziel kommt, desto eher schließt er den Kauf auch ab. Da helfen auch kurze Ladezeiten. Bilder sollten deshalb unbedingt optimiert vorliegen.

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Mobile Versionen der WFP-Initiative ‚Share the Meal‘

Intuitive Suche

Der mobile Käufer hat oft nicht die Intention, sich lange im Onlineshop aufzuhalten, sondern das Ziel zügig genau das zu finden wonach er sucht. Die Suchfunktion spielt hier eine enorm wichtige Rolle. Sie sollte intuitiv funktionieren und eine hohe Fehlertoleranz aufweisen – wir alle wissen wie schnell ein Wort fehlerhaft ins Smartphone getippt wird. Trotzdem sollte der Begriff korrekt erkannt und die gewünschte Ware statt einer ‚Produkt nicht gefunden’-Meldung angezeigt werden.

Schneller Check-Out

Der Check-Out ist oft das größte Hindernis auf dem Weg zum Kaufabschluss. Mobil ist der Kunde noch ungeduldiger – die Conversion Rate ist um einiges geringer als im Desktop-Format – und will die Bestellung ohne viel Aufwand abschließen. Müssen erst seitenweise Daten eingegeben werden, schreckt das schnell ab. Besser sind One-Click-Optionen mit bereits hinterlegten Daten, die Lieferadresse und Zahlungsinformation enthalten. PayPal bietet hier eine beliebte Möglichkeit. Auch Cross Selling ist mobil nicht unbedingt ratsam: Ablenkende Elemente werden schnell als kompliziert und ‚nervig’ wahrgenommen. Insbesondere beim beschaffungsorientierten Smartphone-Nutzer kann das der Shopping-Killer sein.

Native App

Noch besser als die einfache mobile Version ist eine Shop-eigene App. Weltweit weisen Apps eine dreimal bessere Conversion Rate vor als das mobile Web. Insbesondere Applikationen die einen Mehrwert im Vergleich zur Website liefern sind beliebt, so zum Beispiel Ikea mit ihrem Augmented-Reality-Feature.

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Nike Tech Book App

Testen, testen, testen

Egal für welche Version Ihr Euch entscheidet: Testet, was das Zeug hält – und das in regelmäßigen Abständen. Schaut Euch genau an, ob die Seite wirklich praktisch und für den Nutzer alles sichtbar und verständlich aufgebaut ist.

Fazit

M-Commerce ist einer der wichtigsten Zukunftsmärkte im Onlinehandel und sollte definitiv ernstgenommen werden. Eine einfache abgespeckte Version der ‚richtigen’ Shop-Seite reicht aber nicht aus, um den Kunden zufriedenzustellen. Ein bisschen Arbeit muss schon sein – die wird sich aber mit Sicherheit lohnen.

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Über den Autor

Janik

Ich bin Head of Marketing bei parcelLab. Deshalb ist mir eine gut gestaltete Website besonders wichtig. An unserer parcelLab Seite feile ich ständig und bin immer auf der Suche nach dem perfektem Design sowie der bestmöglichen Usability. Das gilt allerdings nicht nur für die Website, denn für perfekte und ausgefallene Sneaker habe ich ebenso eine Schwäche.

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