E-Commerce

Keine Versandnachrichten mehr!? – Alles Wichtige zum DSK-Beschluss

Onlinehändler dürfen E-Mail-Adressen ihrer Kunden ab sofort nicht mehr einfach an ihre Postdienstleister weitergeben. Was das bedeutet? Erklären wir hier.

Es ist ein Beschluss, der wirklich alle Onlinehändler und Versandunternehmen betrifft: Am 23. März 2018 haben die unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder (DSK) entschieden, dass Onlinehändler ab dem 25. Mai die E-Mail-Adressen ihrer Kunden nur noch mit deren Einwilligung an Postdienstleister übermitteln dürfen.

Weitergabe von E-Mail Adressen ist kein „berechtigtes Interesse“ – Kunden-Opt-in absolut notwendig

Der Grund: Die Weitergabe von E-Mail-Adressen an die Postdienstleister stellt nach Ansicht der DSK keinen Fall des berechtigten Interesses nach Art. 6 Abs. 1  Satz 1 lit. f DSGVO dar. Zur Interessenswahrung der Onlinehändler sei es nicht erforderlich – vielmehr sei es Händlern durchaus zuzumuten, die Tracking- und Versandnachrichten selbst an die Kunden zu schicken.

Logistikdienstleister wie DHL, Hermes & Co. dürfen nicht mehr so einfach die Versandkommunikation der Händler übernehmen. Ein zusätzliches Opt-in im Check-out der Kunden ist absolut notwendig!

Was bedeutet der DSK-Beschluss für Onlinehändler?

Im Prinzip haben Händler 5 Möglichkeiten:

1) Nichts ändern

Gar nichts zu ändern, ist natürlich eine Möglichkeit – allerdings keine gute. Wer sich der Weisung der DSK widersetzt, muss sehr wahrscheinlich mit Abmahnungen rechnen.

2) E-Mail Adressen ihrer Kunden nicht mehr weitergeben

Es gibt keine Versandkommunikation über die Postdienstleister mehr. Das heißt: Kunden müssen sich alle Informationen selbst suchen und sie erhalten keine Updates zu ihren Lieferungen mehr. Höchstens der Tracking-Link kann noch mit der Bestell- oder Versandbestätigung verschickt werden.

Das zieht allerdings zukünftig einen höheren Aufwand im Kundenservice nach sich, da viele Kunden sich beim Händler nach ihren Paketen erkundigen werden. Mehr Beschwerden, schlechte Bewertungen und ein insgesamt schlechter empfundenes Einkaufserlebnis wären weitere mögliche Folgen.

3) Ein zusätzliches Opt-in in den Checkout-Prozess einbauen

Auch möglich wäre, den Kunden im Bestellprozess explizit nach seiner Einwilligung zu fragen – am besten per Double-Opt-in, um die Zustimmung sicher nachweisen zu können.

Allerdings ist ein zusätzliches Opt-in-Feld auch ein neuer Conversion-Blocker. Potenzielle Kunden könnten daraufhin ihren Kauf abbrechen, da sie die Entscheidung abschreckt. Mögliche Folgen: Umsatzeinbußen, Kundenverlust oder ein vermindertes Vertrauen in den Händler, da einige Kunden ein schlechtes Gefühl zurückbehalten.

4) Die Versandkommunikation selbst übernehmen

Allerdings können Händler nach dem Vorbild Amazon auch selbst die Versandkommunikation übernehmen und so die Probleme aus den drei vorherigen Punkten umgehen. Sie greifen einfach selbst auf die Sendungsdaten der Postdienstleister zu und verschicken die Versandnachrichten über die eigenen Systeme.

Der Vorteil: Onlinehändler steuern das gesamte Kundenerlebnis selbst, von der Awareness-Phase über das Einkaufserlebnis und die Bestellung bis hin zum Versand (und zur Retoure). Sie entscheiden selbst, was, wann und wie kommuniziert wird und bestimmen damit Inhalte, Wortwahl und Stil der Nachrichten. So kann man Kunden begeistern  – und sie auch wieder zurück in den eigenen Shop lotsen.

Mehr Informationen zu den Möglichkeiten und Regeln der transaktionsbasierten (Versand-)Kommunikation, gibt es in unserem aktuellen Whitepaper:

5) Mit einer White-Label-Lösung arbeiten

Wollen Onlinehändler die Versandkommunikation nicht selbst übernehmen, weil ihnen zum Beispiel der Aufwand zu groß ist oder Ressourcen fehlen, können sie die Versandnachrichten auch über eine White-Label-Lösung (wie uns von parcelLab😉) versenden.

Als Auftragsverarbeiter fungiert der Dienstleister im Hintergrund quasi als verlängerter Arm des Händlers. Die Datenverarbeitung wird mittels eines Auftragsverarbeitungsvertrags (AVV) geregelt – ohne, dass Kontaktdaten an Postdienstleister übermittelt werden.

Gibt ein Händler personenbezogene Daten im Rahmen eines AVV weiter, bleibt er für sie verantwortlich. Der Auftragnehmer gilt als verlängerter Arm des Händlers – nicht als „Dritter“ im Sinne der DSGVO.

Wichtig ist die Weisungsgebundenheit des Dienstleister!

Im Namen des Händlers bezieht der White-Label-Anbieter die Track & Trace-Daten der Postdienstleister, wobei die Authentifizierung nur über die Händler-Credentials stattfindet. Mit diesen Daten können dann die Sendungen verfolgt werden und sobald ein für den Kunden relevantes Ereignis eintritt, wird über die Domain des Händlers eine Nachricht verschickt. Der Auftragsverarbeiter (aka die White-Label-Lösung) tritt dabei nie selbst in Erscheinung. Für den Kunden sieht es so aus, als würde der Händler komplett selbst kommunizieren – und fühlt sich dadurch wertgeschätzt und umsorgt.

Die Lösung: Selbst kommunizieren oder mit White-Label-Anbieter arbeiten

Wer die Versandkommunikation selbst übernimmt oder mit einer Whitelabel-Lösung arbeitet und Zustellinformationen eigenverantwortlich an seine Kunden verschickt, ist klar im Vorteil. Der Kunde bleibt im eigenen Ökosystem, während der Händler die gesamte Customer Journey selbst bestimmen und managen kann, was wiederum die Kundenbindung stärkt.

„Eine Weitergabe der E-Mail-Adressen an die parcelLab GmbH und damit deren Dienstleistung [ist] datenschutzrechtlich zulässig, sofern die Durchführung […] den rechtlichen Anforderungen an eine Auftragsverarbeitung genügt.“

Auszug aus dem Memo von SKW Schwarz Rechtsanwälte

Memo anzeigen

 

Wie hat dir dieser Beitrag gefallen?

Loading...
DSGVO & Versandnachrichten - Warum Händler jetzt reagieren müssen!
Mehr erfahren

Welcome to parcelLab

You arrived at our German website. Do you want to view this website in English?

View Website in English