E-Commerce

Geoblocking-Verordnung: Darauf müssen Onlinehändler nun achten

Die neue Geoblocking-Verodnung ist am 03. Dezember in Kraft getreten. Gut für Onlineshopper – weniger gut für manchen Onlinehändler. Aus der neuen Verordnung ergeben sich nämlich so einige Probleme.

Ein Schock nach dem anderen. Erst kürzlich wurde das neue Verpackungsgesetz verabschiedet, das am 01. Januar 2019 in Kraft tritt, und schon steht ein neues Gesetz in den Startlöchern. Für die Einen kommt es gerade zur Weihnachtszeit wie gerufen (Verbraucher), für die Anderen ist es dagegen ein wahrer Fluch (Onlinehändler). Die neue Geoblocking-Verordnung gilt seit dem 03. Dezember. Doch was heißt das für Onlinehändler nun genau?

Die Zeit vor der neuen Geoblocking-Verordnung

Geoblocking

Beim Geoblocking wird der Zugriff eines Internetnutzers auf eine bestimmte Website oder andere Inhalte aufgrund seiner Nationalität oder seines Aufenthaltsortes beschränkt.

Bis zu diesem Zeitpunkt war es meist so, dass man beim Shopping in ausländischen EU-Onlineshops automatisch auf die nationale Shopversion geleitet wurde. Das hatte meist den negativen Effekt, dass das Produkt dort viel teurer oder sogar gar nicht erhältlich war.

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Die neue Geoblocking-Verordnung

Die neue Verordnung wurde Anfang 2018 vom Europäischen Parlament gebilligt und gilt nun ab dem 03. Dezember 2018. Die Geoblocking-Verordnung soll EU-Bürgern barrierefreies Onlineshopping ermöglichen.

Ziel der Verordnung ist es zu verhindern, dass Kunden beim grenzüberschreitenden Einkauf von Waren aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit, ihres Wohnsitzes oder des Ortes ihrer Niederlassung diskriminiert werden. Kunden haben nun also die Wahl, ob sie auf die Website ihres Herkunftslandes umgeleitet werden oder nicht. Onlinehändler sind dazu verpflichtet, Verbrauchern aus der EU Waren und Dienstleistungen zu gleichen Preisen und Konditionen anzubieten. Somit soll ein unbeschränkter Verkehr von Waren und Dienstleistungen gewährleistet werden.

Das freut die Deutschen natürlich sehr, denn laut einer idealo Umfrage haben bereits 71 Prozent bewusst im Ausland bestellt. Gründe dafür ist ein anderes Sortiment, das sie möglicherweise in Deutschland gar nicht erhalten würden. 69 Prozent der Deutschen locken günstigere Preise in ausländische Onlineshops und bei 18 Prozent der Befragten ist die frühere Verfügbarkeit ausschlaggebend für eine Bestellung.

Umfrage zum Thema Onlineshopping im Ausland.

Gründe für die Bestellung im Ausland. (Quelle: idealo)

Die wichtigsten Fakten

  • Zugang: Eine Diskriminierung von Nutzern aufgrund der Nationalität oder ihres Wohnsitzes ist nun nicht mehr möglich. Onlinehändler dürfen den Zugang zu ihrem Webshop aus diesem Grund nicht mehr beschränken oder ausländische Kunden zu einer länderspezifischen Website umleiten, ohne dass sie dafür ihre ausdrückliche Zustimmung erhalten haben
  • Preise: Gleiche Bedingungen bedeutet auch gleiche Preise. Die vom Onlinehändler festgelegten Preise gelten sowohl für einheimische als auch für ausländische Shopper.
  • Bezahlarten: Onlinehändler steht es frei welche Bezahlarten sie ihren Kunden anbieten möchten. Neu ist nun jedoch, dass sie mindestens ein kostenloses Zahlungsmittel anbieten müssen. Zusätzlich gilt mit der neuen Verordnung nun auch nicht mehr der Zwang, dass mit einer Kreditkarte oder einem Konto aus einem bestimmten Land bezahlt werden muss. Die Kunden sind hier völlig frei.
  • Geschäftsbedingungen: Auch hier gilt wieder – gleiche Geschäftsbedingungen für alle. Es ist unerheblich, aus welchem EU-Land der Kunde stammt. Die Verkaufs- und Vertragsbedingungen müssen für alle Kunden gleich sein.

Zustellung selbst in die Hand nehmen

Onlinehändler dürfen den Verkauf von Waren selbst dann nicht mehr verweigern, wenn sie keine Möglichkeit sehen, die Waren über die Grenze liefern zu lassen. Sie sind jedoch weiterhin nicht verpflichtet Waren auch in andere EU-Länder zu liefern. Dort kommt nun aber der Kunde ins Spiel. Dieser kann seine Bestellung ab jetzt direkt beim Onlinehändler vor Ort abholen oder die Abwicklung der Zustellung selbst in die Hand nehmen. Dem Onlinehändler ist es immer noch selbst überlassen, zu bestimmen, in welche EU-Länder er liefern möchte. Viele Händler sind hier jedoch bereits weit fortgeschritten. Etwa die Hälfte der deutschen Onlineshops liefert auch ins europäische Ausland.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Wie bei allen Regeln oder Gesetzen gibt es selbstverständlich Bereiche und Warengruppen, die von der Geoblocking-Verordnung ausgenommen sind.

Ausnahmen der Geoblocking-Verordnung

Von der Geoblocking-Verordnung ausgenommen sind Finanzdienstleistungen, Gesundheitsdienstleistungen, audiovisuelle Dienste, Leiharbeit, Telekommunikation, soziale Dienste, Glücksspiel und Sicherheitsdienste.

Fazit

Die Einen sind froh über die neue Geoblocking-Verordnung, den Anderen bringt es einige Probleme. Gerade zur Weihnachtszeit sind die Grenzen des europaweiten Geschenkekaufs nun abgeschafft. Ob sich das Onlineshopping nun in nächster Zeit verändern wird, bleibt abzuwarten. Werden die Preise allgemein erhöht? Wird der europaweite Handel dadurch wirklich befördert? Laut der EU-Kommission sollen die konkreten Auswirkungen der Verordnung in den nächsten zwei Jahren beobachtet werden können. Dann müssen gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen werden.

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Über den Autor

Corinna

Ich bin Content & Social Media Managerin bei parcelLab und ständig auf der Suche nach interessanten Trends und Themen für unseren Blog sowie Social Media. Mein Content soll Abwechslung bringen und das gewisse Etwas darf dabei natürlich auch nicht fehlen. Beim Essen schlägt mein Herz für Kichererbsen - davon kann ich nie genug bekommen.

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