E-Commerce

Wie wirkt sich das Coronavirus auf den Onlinehandel aus?

Aktuell ist das Coronavirus weltweit das brisanteste Thema. Doch kaum jemand kennt die Konsequenzen, die das Virus nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Wirtschaft hat.

Das Coronavirus sorgt täglich für neue Schlagzeilen und Verunsicherung bei den Menschen weltweit. Laut offiziellen Angaben der John Hopkins University sind bereits 533.416 Erkrankungen sowie 24.082 Todesfälle (Stand: 27.03.2020) verzeichnet worden. Das Virus betrifft jedoch nicht nur das Privatleben, auch die Wirtschaft ist maßgeblich betroffen und wird auch zukünftig Auswirkungen zu spüren bekommen. Onlinehändler sollten sich auf alle Eventualitäten vorbereiten – denn auch sie bleiben nicht verschont von den Folgen. Warum ist das so? China ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Aus diesem Grund sind auch hierzulande bereits einige Probleme aufgetreten.

Hier kann in Echtzeit die Ausbreitung des Virus verfolgt werden. (Quelle: John Hopkins)

Paketlieferungen nach China werden gestoppt

Die Deutsche Post verkündete bereits vor einigen Wochen auf ihrer Website, dass der Paketversand nach China, Macao und Hongkong gestoppt wurde. Des Weiteren ist der Abhol-, Zustell- und Lagerverwaltungsbetrieb in der Provinz Hubei eingestellt worden. Taiwan soll dagegen nicht vom Versandstopp betroffen sein. Briefsendungen nach China werden außerdem immer noch angenommen. Hier muss aber mit erheblichen Lieferverzögerungen gerechnet werden.

Paketsendungen nach China einschl. Hongkong und Macau können aufgrund von Problemen bei Transport, Verzollung und/oder Zustellung im Zielgebiet bis auf weiteres nicht mehr angenommen werden. Sendungen in das Zielgebiet Taiwan können weiterhin transportiert werden.

Deutsche Post DHL Group

Der Onlinehandel rechnet mit (noch mehr) Lieferengpässen

Da das Gebiet rund um Wuhan (über 50 Millionen Einwohner), in dem das Virus ursprünglich ausgebrochen ist, unter Quarantäne gestellt wurde, können die Menschen momentan nicht zur Arbeit gehen. Warenlager sind stillgelegt und somit ist keine Produktion neuer Waren möglich. Wuhan ist der größte Hersteller für Eisenerzeugnisse weltweit.

Auch Amazon und Alibaba sind vom Coronavirus betroffen

Amazon rechnet mit Engpässen, Alibaba mit geringerem Wachstum. Bei Alibaba wird das Virus einen negativen Effekt auf die Umsatzzahlen mit sich bringen. Hauptgrund dafür ist, dass das Unternehmen von Personalknappheit betroffen ist. Amazon kämpft dagegen mit Out-of-Stock-Problemen. Viele Artikel, die das Unternehmen aus China bezieht, können gar nicht oder nur verspätet geliefert werden. Es ist noch nicht abzusehen, wie groß die Auswirkungen letzten Endes sein werden, aber für beide Unternehmen sicherlich deutlich spürbar.

Nachtrag: Amazon liefert in einigen Ländern bereits nur noch lebensnotwendige Produkte.

Was können Onlinehändler nun tun?

Onlinehändler müssen nun spezielle Maßnahmen ergreifen, um sowohl Lieferengpässe als auch Out-of-Stock-Situationen weitestgehend zu vermeiden. Folgende 4 Maßnahmen sollten Onlinehändler jetzt ergreifen. Noch mehr Maßnahmen findest du auch in unserem aktuellen Blogbeitrag!

1. Den Lagerbestand im Auge behalten

Was nun besonders wichtig ist: Händler sollten ihre Lagerbestände genauestens im Auge behalten. Neue Bestellungen sollten weit vor dem geplanten Datum aufgegeben werden, denn durch die Lieferverzögerungen wird es länger dauern, bis die Ware eintreffen wird. Onlinehändler sollten genauestens berechnen, zu welchem Zeitpunkt eine Out-of-Stock-Situation eintreten könnte.

2. Die Verkaufspreise erhöhen

Eine weitere Möglichkeit, die Händler ergreifen sollten, ist die Erhöhung der Preise, um die Abverkaufsquote zu dämpfen. Diese Möglichkeit schützt Händler jedoch nicht davor, dass bestimmte Artikel trotzdem ausverkauft sein werden. Darauf müssen sich Onlinehändler einstellen. Zusätzlich sollten größere Marketing-Kampagnen und Aktionen verschoben werden.

3. Den Lieferanten zur Seite stehen

Was vor allem im Hinblick auf den menschlichen Aspekt wichtig ist: Den Lieferanten muss Verständnis für ihre Situation entgegengebracht werden – denn die können am wenigsten für die Situation. Sowohl Händler als auch Lieferanten sitzen im gleichen Boot. Schuldzuweisungen bringen in dieser Situation niemanden weiter und die guten Lieferbeziehungen sollen in dieser Situation nicht zusätzlich belastet werden.

4. Die Customer Experience optimieren

Die Kunden sind nun verunsicherter denn je: Kommt ihr Paket pünktlich oder überhaupt bei ihnen an. Händler sollten nun alles dafür tun, ihre Kunden jederzeit proaktiv über mögliche Lieferverzögerungen oder -ausfälle auf dem Laufenden zu halten. Eine zusätzliche, in die Versandnachricht integrierte Meldung, soll die Kunden bereits vorher darüber informieren, dass es zu Problemen bei der Lieferung kommen kann. So können unnötige Anrufe im Kundenservice reduziert werden.

Fazit

Es ist nicht vollends abzusehen, welche Einschränkungen und Folgen das Coronavirus für den Onlinehandel langfristig mit sich bringt, jedoch merken bereits einige Händler die Auswirkungen bereits jetzt. Unterschiedliche Maßnahmen sollten nach bestem Gewissen getroffen werden. Danach heißt es dann nur noch „abwarten und Tee trinken“.

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Avatar Über den Autor

Corinna

Ich bin Online Marketing Manager bei parcelLab und ständig auf der Suche nach interessanten Trends und Themen für unseren Blog sowie Social Media. Mein Content soll Abwechslung bringen und das gewisse Etwas darf dabei natürlich auch nicht fehlen. Beim Essen schlägt mein Herz für Kichererbsen - davon kann ich nie genug bekommen.

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